Schubertabend in einem Wiener Bürgerhaus, Heliogravure nach einem Gemälde von Julius Schmid, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
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Im 19. Jahrhundert erlangte die Residenzstadt ihren bis heute werbewirksam eingesetzten Ruf der „Musikstadt Wien“. Berühmte Komponisten und Virtuosen gaben sich hier ein Stelldichein – Ludwig van Beethoven war ebenso in Wien tätig wie Franz Schubert oder Johann Strauß Vater und Sohn. Das Musikgeschäft wurde zu einem wirtschaftlich bedeutenden Faktor: Allerorten wurden Musik- und Tanzveranstaltungen abgehalten, Musikverlage und Musikinstrumentenfabriken gegründet, der Opern- und Theaterbetrieb boomte. Große Beliebtheit erlangte neben dem öffentlichen Musikbetrieb die Hausmusik. Das Kaiserhaus verlor seine Rolle als wichtigster Förderer des kulturellen Lebens – insbesondere das Bürgertum übernahm diese Funktion. Einschränkend wirkte sich die allgegenwärtige Zensur aus: Diese unterband „antikaiserliche Tendenzen“, im Kärntnertortheater jedoch sang man Verdis Freiheitschor. Für die Oper brach 1869 mit der Eröffnung des Opernhauses an der Wiener Ringstraße eine neue Ära an.