Werkstatt des Hofmalers Martin van Meytens: Verleihung des Sankt-Stephansordens durch Maria Theresia, Ölgemälde, 18. Jahrhundert
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Der kaiserliche Hof, seine Größe und Anziehungskraft sowie der enorme Aufwand für die Hofhaltung, sollten den Anspruch der Habsburger als führende Dynastie Europas betonen. Was heute wie Verschwendung aussieht, war staatspolitisches Kalkül, denn der Wiener Hof befand sich in einem ständigen Wettstreit mit anderen Höfen Europas.
Hinter der prächtigen Fassade entwickelte sich ein kompliziertes soziales System, das von strengen Hierarchien geprägt war: Ein Universum für sich, in dessen Zentrum der Monarch stand. Das Zusammenleben wurde durch das Zeremoniell geregelt, in dessen ritualisierten Abläufen sich die Hofgesellschaft nach Außen repräsentierte. Jeder hatte seine feste Rolle, der Monarch genau so wie der adelige Höfling.
Den Höhepunkt seiner Ausformung erlebte der Wiener Hof im späten 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Unter Maria Theresia wurden einige nicht mehr zeitgemäße Bestimmungen gelockert und unter Joseph II. gänzlich in Frage gestellt. Im 19. Jahrhundert wurde der konservative Traditionalismus als Zeichen der Kontinuität habsburgischer Macht zum bestimmenden Faktor am Wiener Hof.