Leitbild : Klösterreich
THEMA

Barocker Glanz für Kirche und Kaiser
Klösterreich

Im Zuge der Rekatholisierung entstanden viele sakrale Bauten. Auch die Nachfrage nach dazupassenden Kirchenausstattungen wurde angeheizt.

Spätestens mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 war Österreich wieder mehrheitlich katholisch. Zahlreiche bedeutende barocke Klosterbauten wurden errichtet – zunächst in der Steiermark, z. B. Seckau, St. Lambrecht, etwas später in Oberösterreich Schlierbach und St. Florian –, entweder durch Renovierung und Anpassung mittelalterlicher Bauten (wie z. B. die Stiftskirche von Klosterneuburg) oder durch Neubauten, die sich nun vorwiegend an der Schlossarchitektur orientierten.

Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts hatte jedes Stift einen Kaisersaal oder Kaisertrakt, was aus der Tradition des Gastungsrechtes des Lehnsherrn herrührte. Wenn der Kaiser in Klöstern nur selten längere Zeit hindurch anwesend war, sollte die Architektur dennoch die Verbindung von weltlicher und geistlicher Macht symbolhaft zum Ausdruck bringen.

In den Alpenländern, in denen der Katholizismus nie verschwunden war, bestand eine rege Nachfrage nach Kirchenausstattungen. Bildhauerwerkstätten wie jene der Familien Schwanthaler oder Zürn arbeiteten für Pfarr-, Wallfahrts- und Klosterkirchen und schufen abseits städtischer Zentren bedeutende Werke.

Julia Teresa Friehs

Literatur

DaCosta Kaufmann, Thomas: Höfe, Klöster und Städte. Kunst und Kultur in Mitteleuropa 1450–1800, Köln 1998, 285–313; Gutkas, Karl: Kulturatlas Österreich. Österreich gestern und heute, St. Pölten 1996; Rosenauer, Artur: Österreichische Kunstgeschichte der Neuzeit, 1. Teil: Vom 16. Jahrhundert bis zum Österreichischen Barock (= Vorlesung WS 1996/97);

Personen, Orte & Ereignisse

Dreißigjähriger Krieg 1618-1648

Graz

Schwerpunkt

Glauben